CDU Trier-Stadt

Sichtbare Zeichen setzen im Judenviertel

Nur noch zweieinhalb Monate und das Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ geht zu Ende. Viele informative und gut besuchte Veranstaltungen – Ausstellungen, Vorträge, Führungen – finden seit Januar statt, um auf das reichhaltige jüdische Leben in unserer Stadt seit Römerzeiten aufmerksam zu machen.

Es fehlt jedoch noch ein seit vielen Jahren diskutiertes sichtbares Zeichen, um als Stadt Trier den Worten auch Taten folgen zu lassen: die würdige Präsentation eines wichtigen Teils der Historie unserer Stadt in einem jüdischen Dokumentationszentrum. Es hat Anfang des Jahres eine Expertenanhörung stattgefunden. Seit fast vier Monaten liegt ein Fachgutachten von Professor Lukas Clemens vor, das attestiert, dass im Judenviertel eine mittelalterliche jüdische Mikwe existiert. Eine Mikwe ist ein Tauchbad, das jüdischen Frauen und Männern zur rituellen Reinigung diente. Es müssen nun die Grabungen angeordnet werden. Wir erwarten hier ein Signal, das vom neuen Kulturdezernenten ausgeht, in enger Abstimmung mit dem Baudezernenten. Gerade in Zeiten zunehmenden Antisemitismus sind sichtbare Zeichen der Würdigung jüdischen Lebens wichtig.

Jutta Albrecht